Eier

Zu Besuch am Biohof Mayrhof in Bad Vigaun

Wir haben uns beim Familie Schlager am Biohof Mayrhof in Bad Vigaun angeschaut, wie das Leben eines (hoffentlich glücklichen) Wanderhuhns ausschaut.

Bio-Eier vom Wanderhuhn

Über 230 Eier isst jeder Österreicher durchschnittlich pro Jahr. Und die wachsen ja bekanntlich nicht im Supermarktregal oder am Marktstand, sondern werden von (hoffentlich glücklichen) Hühnern gelegt. Wie das Leben so einer Eierproduzentin ausschaut, wollten wir uns genauer anschauen.
Dazu führt mich der Weg nach Bad Vigaun, genauer gesagt zu Familie Schlager und ihrem Biohof Mayrhof. Spätestens bei der Abzweigung in Richtung des Kurorts, wird das  Navi überflüssig, denn schon von Weitem sehe ich die weiße Hühnerschar wie Wattebällchen auf der Wiese verteilt.


Der Hof selber empfängt mich,  trotz des nicht gerade gemütlichen Wetters, sauber aufgeräumt und liebevoll dekoriert. Und da ist ja auch schon der Verkaufsraum mit dem „Eierautomaten“. Bevor es aber auf einen Rundgang geht, nehme ich  in der gemütlichen Küche Platz und lasse mich von Frau Schlager ein wenig in die Arbeit am Hof einführen. Seit 1993 wird der Betrieb bereits als Biohof geführt und das als Nebenerwerbsbetrieb. „Alle Achtung“, denke ich mir. „Das muss für die ganze Familie einiges an Arbeit bedeuten“. Und natürlich packen alle, auch die drei Söhne, soweit die Schule es zulässt, mit an. Der erste Weg in der Früh führt auch immer gleich zu den mobilen Hühnerställen, um die Eier einzusammeln und die Hühner hinauszulassen. Bei bis zu 650 Hühnern kommt da eine ganz schöne Menge Eier zusammen. 
 

Weiße Hühner – weiße Eier, braune Hühner – braune Eier?


Und nein, es stimmt nicht, dass ein Huhn jeden Tag ein Ei legt. Pro Jahr kommt jede Henne im Durchschnitt auf 280 Eier. Was aber schon stimmt ist, dass braune Hühner braune Eier und weiße Hühner, wenn auch nicht gänzlich weiße Eier, so doch wesentlich hellere legen. Was bei Familie Schlager auch bewiesen werden kann. Tummeln sich auf ihrem Hof doch sowohl die Rassen Lohmann brown und Lohmann Sandy. Letztere ist eine eignes gezüchtete Bio-Huhnrasse, die ein weißes Federkleid hat und cremefarbene Eier legt. Das sind also die Wattebällchen auf der Wiese. Im Vergleich zu den braunen Hühnern seien die, so Irene Schlager, allerdings zickiger vom Charakter her! Da sage noch einer, ein Huhn sei wie das andere. Bei unserem anschließenden Blick in einen der mobilen Ställe, entdecke ich auch ein leicht grünlich gefärbtes Ei. Das war nicht der Osterhase, der sich hierher verirrt hat, es gibt auch, erzählt mir die Bäuerin, sogenannte Grünleger. Und die legen, wie der Name schon sagt, tatsächlich grüne Eier.
 

Auf das Gewicht kommt es an


Übrigens legen auch nicht alle Hühner gleich große, beziehungsweise gleich schwere Eier. Auf meine Nachfrage, wovon denn die Größe abhängt, erfahren ich, dass das Alter des Huhns ausschlaggebend ist. Je jünger das Huhn, desto kleiner das Ei. Vielleicht ist Ihnen schon hin und wieder ein Ei mit einer „schrumpligen“ Schale in die Hände gekommen – auch das deutet darauf hin, dass das Tier, von dem das Ei gelegt wurde, schon älter war.
Beim Verkauf wird zwischen folgenden Größen unterschieden:
S - unter 53 g
M  -54 bis 62 g
L - 63 bis 73 g 
XL – über 73 g (Für das hohe Gewicht, sind hier oft zwei Dotter verantwortlich).
Die meisten Hühner beginnen m Alter von vier bis sieben Monaten mit dem Eierlegen. Zu Familie Schlager kommen die Tiere mit etwa 18 Wochen. Eine Schar umfasst hier am Hof um die 220 Hühner. Mit dem Alter nimmt die Legeleistung ab, daher müssen die Tiere hin und wieder ausgetauscht werden, und dann auch gleich die ganze Schar, also ein ganzes Hühnermobil.

 


Hühnermobil und Wanderhuhn

Ein Hühnermobil  ist eigentlich nichts anderes als ein „mobile home“ für Hühner. Das klingt in Verbindung mit Wanderhuhn fast wie Urlaub. Und irgendwie ist es das auch. Das Hühnermobil steht auf einem eingezäunten Wiesenstück  inmitten zarter Gräser und frischer Kräuter. Das bleibt natürlich nicht immer so saftig grün, wenn über 200 Hühner hier scharren und picken. Nach einigen Wochen zieht das Hühnermobil also ein paar Meter weiter auf ein unversehrtes Wiesenstück. Der Vorteil: die Hühner haben wieder frisches Grün und das Gras kann sich erholen.  Zum Schutz vor der heißen Sommersonne und auch vor Raubvögeln, gibt es rund ums Hühnerheim jede Menge Unterstellmöglichkeiten. Diese sind sogar verpflichtend – je Hektar muss es mindestens zwölf solcher Elemente geben. Zur Eiablage und zum schlafen können die Tiere jederzeit in den Stall hinein. 
Auch der Platz, der einem Huhn zur Verfügung steht, ist genau definiert. So gelten bei einem Bio-Betrieb sechs Hennen pro m2 im Stall als Obergrenze. Über mangelnden Auslauf dürfen sich Bio-Hühner auch nicht beschweren – so stehen jedem Tier 10 m2 zur Verfügung.
 

Gestern gelegt, heute verkauft

Über 500 Eier am Tag – das muss man erst einmal an den Mann bzw. an die Frau bringen. Ein Teil der Eier landet bei Familie Schlager im Vitalkisterl, das bestückt mit frischem Gemüse und eben auch Eiern, regelmäßig an Salzburger Haushalte geliefert wird. Auch das Frühstücksei im Großarlerhof in Großarl kommt vom Biohof Mayrhof.  Und dann kann man natürlich auch direkt ab Hof kaufen. Der Eingang zum Verkaufsraum ist mir ja gleich bei der Ankunft ins Auge gestochen. Immerhin zwei Drittel aller Eier werden auf diesem Weg verkauft. Es wird daher gerade über einen richtigen Eier-Automaten nachgedacht. Zurzeit befüllt Frau Schlager bis zu drei Mal täglich den Kühlschrank mit Eiern in allen Gewichtsklassen. Und auch Wachteleier sind dabei – sie schauen nicht nur nett aus, sondern schmecken mindestens genauso gut wie ein frisch gelegtes Hühnerei.
Eier sind natürlich auch häufige Zutat in der Küche von Irene Schlager. So ist es nicht verwunderlich, dass auch eines der Lieblingsrezepte nicht ohne sie auskommt: Rahmkoch - fluffig, süß und einfach köstlich.
 

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